2. Planungswerkstatt Bürgerdialog „Unser Bongert-Bad"

Ein wichtiges Stück Zukunft

30.03.2019, mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger diskutieren im Rahmen der zweiten Planungswerkstatt „Unser Bad" über die Weiterentwicklung der Planungsidee zum Ganzjahresbad. Große Zustimmung und Begeisterung bei den Teilnehmern.

Sie gestalten ein wichtiges, schönes und nachhaltiges Stück Zukunft für Metzingen mit." Mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Ulrich Fiedler die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Planungswerkstatt zum Bürgerdialog „Unser Bad". Erneut hatten sich mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger eingefunden, um sich über den aktuellen Stand zu informieren und gemeinsam an der Planungsidee weiterzuarbeiten. Besonders erfreulich: Wie schon im gesamten Beteiligungsprozess waren erneut Vertreter aller Altersgruppen dabei – von Jugendlichen und jungen Eltern bis hin zu den so genannten „Best Agern" – um in gemischten Gruppen die jeweiligen Anliegen und Ideen zu diskutieren.

Im ersten Teil des Tages brachten Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh sowie Hans-Wilhelm Brand (CONSTRATA) und Antonius Junker (GMF) die Anwesenden auf den neuesten Stand der Überlegungen zum Ganzjahresbad. 

Seit der ersten Planungswerkstatt am 9. Februar konnten viele der eingebrachten Kommentare der Bürgerinnen und Bürger eingearbeitet werden. Auch wurde die erste Planungsidee eines Ganzjahres-Bades unter der Vorgabe überprüft, wo es potenzielle Einsparungspotentiale geben könnte.

Darüber hinaus hat der Gemeinderat in seinem Beschluss vom 28. März den jährlichen Zuschussrahmen für das neue Bad festgelegt. Unter der Zielvorgabe der dauerhaften Finanzierbarkeit soll der jährliche Zuschuss bei höchstens 1,76 Millionen Euro liegen. Dies entspricht im Vergleich zum prognostizierten Bedarf für den Betrieb zweier getrennter Bäder einer Einsparung von etwa 20 Prozent.

Finanzbürgermeisterin Haberstroh erläuterte anschließend, wie ein Zuschussbedarf ermittelt wird und zeigte, welche Einsparungen sich wie auf die laufenden Kosten auswirken würden. Dabei zeigte sich zur Überraschung vieler, dass die Umsetzung der in der ersten Planungswerkstatt gezeigten Idee eines Ganzjahres-Bades mit einer gut ausgestatteten Sauna einen deutlich niedrigeren Zuschuss benötigt als eine reduzierte Variante oder als ein Betrieb ganz ohne Sauna.

Auf der Basis vielfältiger Erfahrungen beim Betrieb diverser Bäder unterstrich Antonius Junker (GMF), dass die Attraktivität eines Bades auch aus wirtschaftlichen Gründen eine entscheidende Rolle spielt.

Im zweiten Teil diskutierten die Teilnehmenden an vier Stationen über Vor- und Nachteile von potentiellen Einsparungen. Soll die Beckengröße verkleinert oder auf einen 5-Meter-Turm verzichtet werden? Soll auf die Röhrenrutsche verzichtet werden oder soll sie erst zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden oder soll auf die Sauna verzichtet werden? Letztlich stieß die schon in der ersten Planungswerkstatt vorgestellte Idee eines Ganzjahres-Bades und einer gut ausgestatteten Sauna auf so breite Zustimmung, dass eine Reduzierung von keiner Gruppe favorisiert wurde. Stellvertretend sprach eine Teilnehmerin vielen aus dem Herzen: „Das Bad repräsentiert bereits eine tolle Schnittmenge aus allen Interessen von Schulen, Vereinen und Freizeitschwimmern von klein bis groß. Wenn wir an einer Stelle reduzieren, ist das immer zum Nachteil einer Gruppe. Das wollen wir nicht."

Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh zeigte sich von diesem Votum nicht überrascht. „Das was in der ersten Planungswerkstatt vorgestellt wurde, war ja schon das Ergebnis einer Schnittmenge aller Interessen, bei der jede Nutzergruppe was abgeben musste." Schließlich könne man gar nicht alle Bedarfe und Wünsche abbilden. Das sei finanziell nicht verantwortbar. „Hiervon aber noch etwas zu reduzieren, wäre quasi der Kompromiss vom Kompromiss." Und das sei dann vielleicht nicht weitsichtig genug. Schließlich soll das Bad auch zukunftsfähig sein.

Viele Ideen und Anregungen gab es zur ersten Planungsskizze, die Hans-Wilhelm Brand mitgebracht hatte. Darin wurde beispielhaft visualisiert wie ein zukünftiger Grundriss des Bades aussehen könnte. Einigkeit bestand darin, die Ruhe- und Spielbereiche klar zu trennen, damit alle Ansprüche ihren Platz finden und nicht unnötig Konflikte entstehen. Auch wurde diskutiert, wo das Becken mit dem Cabriodach am besten positioniert sein könnte und ob ein zusätzlicher Eingang im Sommer sinnvoll wäre.

Mit der zweiten Planungswerkstatt endet der Bürgerdialog „Unser Bad". Zum Abschluss nahm Oberbürgermeister Fiedler die Gelegenheit wahr, noch einmal allen Beteiligten seinen Dank auszuspreche: den Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit viel Engagement und Zeit in den Prozess über eine lange Zeit eingebracht haben. „Ohne ihre Expertise hätten wir niemals ein solch tolles Ergebnis erreicht", so Fiedler. Der OB dankte außerdem den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Stadtwerke sowie den externen Moderatorinnen Ute Kinn und Anni Schlumberger für die intensive Prozessplanung  und –vorbereitung.

Auch der Gemeinderat wurde mit besonderem Dank bedacht: „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Gemeinderat sich auf einen solchen Prozess einlässt. Auch wenn dieser weiterhin am Ende die Entscheidung trifft, erfordert es doch auch ein ganzes Stück Mut, den Bürger so stark einzubringen.", betonte der OB.

Blick in die Zukunft...

Am 2. Mai entscheidet der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl über die Planungsidee „Ganzjahresbad". Danach wartet erneut viel Arbeit mit der weiteren Planung und Umsetzung, verbunden mit einer großen Portion Vorfreude auf das neue Bürgerbad am Bongertwasen.

 

Hier finden Sie Bilder von den Planungswerkstätten...