Ideen aus Bürgerdialog münden in „Planungsidee Ganzjahres-Bad"

Bürger bringen sich begeistert und engagiert bei erster Planungswerkstatt ein

09.02.19, Gute Stimmung und geschäftiges Treiben waren am vergangenen Samstag in der Stadthalle zu erleben. Rund 120 Bürgerinnen und Bürger waren bei der ersten Planungswerkstatt am Samstag ab 10:00 Uhr dabei, um sich aktiv an der Ausgestaltung des zukünftigen „Bongert-Bades" zu beteiligen.

In seiner Begrüßung dankte Oberbürgermeister Dr. Fiedler allen Beteiligten für ihr Engagement und unterstrich noch einmal, wie wichtig es sei, dass sich möglichst viele Menschen in die Planung des neuen Bades einbringen. Schließlich soll es ja ein Bad für alle Metzingerinnen und Metzinger werden.

Anschließend stellte Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh die in der Phase "Ermitteln" zusammengetragenen Bedarfe und Wünsche vor. Von Juli bis Ende November letzten Jahres hatte die Stadtverwaltung alle Bürgerinnen und Bürger sowie die so genannten Schlüsselakteure – wie Schulen, Schwimmvereine, Jugendgemeinderat, Zukunftsteam Stadtentwicklung und die Bürgerinitiative Pro Kombibad – gebeten, ihre Bedarfe und Ideen zu nennen. Davon wurde sehr rege Gebrauch gemacht. Weit über 1.000 Einzelideen kamen am Ende zusammen, darunter sehr konkrete Vorschläge.  „Für uns ist das sehr beeindruckend, wie engagiert sich so viele Menschen in unserer Stadt eingebracht haben. Und gleichzeitig auch unheimlich wertvoll, weil Gemeinderat und Stadtverwaltung damit gleichzeitig sehen, dass es richtig ist, mit welcher Priorität und mit wie viel Zeit und Energie wir der Bäderfrage begegnen.", sagte Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh. 

Große Übereinstimmungen bei den Bedarfen und Wünsche der unterschiedlichen Nutzergruppen Schulen, Vereine, Bevölkerung gibt es vor allem bei folgenden Punkten: 

  • Mehr Wasserflächen/Schwimmzeiten & Schwimmer-Bahnen
  • Becken nicht gleichzeitig für Schulen/Vereine/Öffentlichkeit nutzen
  • Getrennte Becken
  • Separates Sprungbecken 1/3/5 m
  • Lehrschwimmbecken/Kursbecken mit Hubboden
  • Erlebnisbecken/Ganzjahres-Außenbecken
  • Rutschen/Boulderwand
  • Attraktiver Kleinkinderbereich
  • Attraktiver Spiel- & Relaxbereich für Jung bis Alt
  • Genügend Liegen- und Ruhebereiche
  • Sauna
  • Flexible - wetterabhängige Nutzung
  • Barrierefreiheit
  • Gutes Energiekonzept
  • Gastronomie
  • Gute Erreichbarkeit (Rad, Bus, Parkplätze)

Von 1.000 Einzelideen zur Planungsidee "Ganzjahresbad"

Mit Unterstützung durch zwei verschiedene Bäderexperten, die jeweils vielfältige Erfahrungen in Fragen von Konzeption, Bau und Betrieb von Bäder aufweisen, sei es dann gelungen, die übereinstimmenden Bedarfe so intelligent zu kombinieren, dass daraus die „Planungsidee Ganzjahres-Bad" entstanden ist. „Diese Idee ist sowohl ressourcen- und flächenschonend und zugleich steigert sie die Qualität des Sport- und Freizeitangebots in Metzingen" fasst Carmen Haberstroh zusammen. 

Die Planungsidee, die vom Bäderexperten Jens-Wilhelm Brand (CONSTRATA) mit vielen Beispielfotos vorgestellt wurde, beinhaltet elf verschiedenen Module. 

Zentraler Bestandteil ist dabei die von allen Befragten geforderte Trennung der Becken für unterschiedliche Nutzungen (Schwimmen, Springen, Freizeit). Daneben aber auch die Idee eines Cabrio-Daches und offener Fassaden sowie eines Ganzjahres-Außenbeckens, in dem man auch schwimmen kann. Diese Idee resultiert ebenfalls aus den Beiträge des Bürgerdialoges. Dort wurde vielfach der Wunsch geäußert, je nach Wetterlage flexibel zu sein. So wurde in der Vergangenheit in verregneten Sommern das Hallenbad vermisst und umgekehrt in schönen Frühjahrs- und Herbsttagen das Freibad-Feeling. Eine Idee, die auch den Großteil der Teilnehmer der Planungswerkstatt begeistert hat, zum Beispiel die Teilnehmerin Alina Veit. Diese Idee sei ihr Favorit unter den Modulen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung und wenn es schon mal die Möglichkeit gibt, mit gelebter Demokratie in meiner Stadt etwas zu verändern, dann nehme ich das gerne wahr." fasst Alina Veit ihre Motivation für diesen Tag zusammen. 

Information und Sachlicher Dialog an den Pinnwänden

Nach dem Mittagessen waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, sich alle Module noch einmal intensiv anzuschauen und zu kommentieren, was ihnen jeweils gut gefällt oder fehlt. Natürlich bestand auch die Gelegenheit, mit den Bäderexperten zu diskutieren und Fragen loszuwerden.  

Großen Zulauf fanden auch die Pinnwände der Stadtplanung. Dort ging es um das Thema „Erschließung & Standort". Konrad Berger, Leiter des Geschäftsbereiches „Planen und Bauen", und sein Mitarbeiter Bertram Dieringer stellten die Ergebnisse und die vielen Gutachten zur der Standortuntersuchung Bongertwasen vor. Hier gab es ebenfalls viel Lob für die konstruktiven Hinweise der Teilnehmer der Planungswerkstatt. Aber auch umgekehrt für die gut und anschaulich aufbereitete zusammenfassende Empfehlung von Konrad Berger, dass der künftige Standort im Bereich zwischen Ferientagheim und Tennisanlage liegen sollte.  

So geht es nun weiter

Die Ideen und Anregungen aus der ersten Planungswerkstatt werden nun von der Stadtverwaltung und den externen Fachexperten aufbereitet und mit einer Kostenschätzung versehen. Anschließend wird der Gemeinderat einen Kostendeckel für das neue Kombibad beschließen, damit das Bad dauerhaft finanzierbar und die Eintrittspreise bezahlbar bleiben. Das ist dann die Grundlage für die zweite Planungswerkstatt am 30. März, zu der sich viele der Teilnehmer von Samstag bereits angemeldet haben. 

Am Ende wird der Gemeinderat am 2. Mai 2019 den Ausstattungs-Rahmen entscheiden, damit daraus anschließend eine öffentliche Ausschreibung erstellt werden kann.

„Seien Sie sich gewiss, dass wir mit den kommunalen Finanzen sorgsam und gewohnt verantwortungsvoll umgehen." sagt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. Auch er war am Samstag äußerst angetan von der guten und konstruktiven Stimmung. „Das ist richtig klasse wie motiviert alle mitgemacht haben." Für ihn sei es wichtig, dass die Menschen Politik nicht als „Politik von denen da oben" wahrnehmen. „Ich bin überzeugt, dass unser Weg der frühzeitigen Bürgerbeteiligung der richtige Weg ist. Er bringt uns allen eine wesentlich höhere Entscheidungsqualität und Akzeptanz." Dem kann Bäder-Experte Antonius Junker (GMF) nur beipflichten, der seit vielen Jahren Kommunen bei Bäder-Fragen begleitet. „Dieses Ausmaß an Bürgerbeteiligung und dieses Engagement der beteiligten Personen ist nicht selbstverständlich, sondern außergewöhnlich."
 

Hier geht es zur zweiten Planungswerkstatt...

Mehr Bilder zur Planungswerkstatt finden Sie hier.